Es gibt ihn noch, den guten Geschmack!

 

Wenn ich in einem Supermarkt gehe und mir dort die scheinbare Vielfalt anschaue, dann stelle ich sehr schnell fest, dass nahezu in jedem Supermarkt das gleiche gibt. Vieles was in meinem Garten wächst würde man dort nie finden.

 

Seit Jahren koche ich leidenschaftlich gerne und habe schnell festgestellt, dass ein gutes Grundprodukt durch nichts zu ersetzen ist. Ich war immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Zutaten. In jedem neuen Urlaubsland musste ich mindestens einmal in einen Supermarkt oder noch lieber auf einen örtlichen Markt. Der Genuss, wenn Obst und Gemüse bis zur Reife an der Pflanze bleibt, ist einfach unvergleichlich mit dem Geschmack unserer Supermarktware.

 

So kam ich irgendwann dazu in meinem Garten meiner Mietwohnung etwas Gemüse und Obst anzubauen. Schon früh waren Tomaten dabei und der Geschmack war besser als das bekannte. Es waren gekaufte Pflanzen aus der örtlichen Gärtnerei. Im Jahr danach war ich dann schon auf der Suche nach alten Sorten und hat sich dann nach und nach die Sucht breit gemacht.

 

In den letzten Jahren wuchsen in meinem eigenen Garten dann immer mehr und immer ausgefallenere Tomaten. Bald waren meinem Partner und mir klar, wir brauchen ein größeres Haus und dazu war ein großer Garten unbedingte Bedingung. 2018 im Dezember war es dann soweit. Wir haben unser Haus mit unserem Traumgarten gekauft. Im Januar und Februar wurde von meinem Schatz bei eisigen Minusgraden auch noch unser Traumgewächshaus aufgebaut. Und eigentlich wollten wir während der Umbauphase auch gar nicht soviel im Garten machen…. Denkste!

 

Ruck zuck war das Gewächshaus voll. Tomatenpflanzen, Chilis und andere Gemüsepflanzen. Die Beete wurden mal „eben zwischendurch“ gebaut und angelegt. Also wir verbrachten natürlich jede freie Minute im Garten. Denn der Gartenvirus hatte uns schon lange infiziert.

 

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht alte Tomatensorten zu erhalten und wieder zu verbreiten. Wenn sie in einen beliebigen Gartenmarkt oder Baumarkt gehen, dann können sie bestenfalls zwischen 10 – 20 verschiedenen Tomatensorten wählen, denn in Deutschland sind nur rund 40 verschiedene Sorten für den Handel zugelassen. Denn nur Saatgut mit einer Sortenzulassung nach dem Saatgutverkehrsgesetz darf bei uns gehandelt werden. Weltweit schätzt man aber 10.000 – 30.000 verschiedene Tomatensorten.

 

Wie kann es dann sein das wir nur so wenige kaufen können?

Jahrhundertelang hat jeder Bauer einen Teil seiner Ernte zurückbehalten und davon Saatgut für das nächste Jahr gewonnen. Dies ist heute so nicht mehr möglich. Das Saatgut ist in den meisten Fällen Höchstleistungssaatgut, es ist bereits auf bestimmte Düngemittel und Spritzmittel abgestimmt. Wenn man von diesem sogenannten F1-Saaten Saatgut nimmt, so weiß man nicht was man im Folgejahr ernten wird. Zudem sind diese Sorten auch noch patentiert und dürfen gar nicht weitervermehrt werden. Das heutige Saatgutgeschäft wird zu 90 % von wenigen Großkonzernen dominiert. Jedoch formiert sich in den letzten Jahren immer mehr der Widerstand dagegen. Es gibt viele Sorten die sind genauso vom Aussterben bedroht wie der sibirische Tiger. Jedoch ist die Lobby dafür nicht so groß. Viele Sorten sind bereits unwiderbringlich verloren. Sie wurden einfach nicht mehr angebaut denn Gemüsegärten „lohnten sich nicht mehr“. Gemüse konnte man ja billig bei jedem Discounter kaufen. Wozu also die Zeit und Mühe investieren? Wer heute einmal in eine Freilandtomate gebissen hat, die bis zur perfekten Reife an der Pflanze war, der kennt die Anwort.

 

Geschmacksexplosion!

 

Warum lässt man diese alten Sorten nicht registrieren? Die Registrierung macht wirtschaftlich einfach keinen Sinn. Die Zulassung kostet je Sorte etwa 50,-€. Viele der Vermehrer machen dies aus idealistischen Gründen und nicht aus Profitgründen. Zudem ist dieses Zulassungsverfahren für viele alte Sorten nicht aussichtsreich. Um eine Sorte zulassen zu können müssen viele Kriterien erfüllt werden. Zum Beispiel die Transportfähigkeit, Gleichförmigkeit der Früchte, Krankheitsresistenz, Ertragssicherheit, Lagerfähigkeit, Verwendungsmöglichkeiten usw.. Insgesamt werden rund 40 Kriterien geprüft. Geschmack ist übrigens kein Bewertungskriterium. Denn Geschmack ist ja nicht messbar…

 

In letzter Zeit ist die Nachfrage nach meinem Saatgut explodiert. Insbesondere nachdem ich mit Horst Lichter bei „Bares für Rares“ über mein Hobby geplaudert habe. Seitdem kann ich mich vor Anfragen kaum noch retten. Deshalb entstand kurzfristig die Idee zu einem kleinen Onlineshop um die Geschmacksvielfalt weiter zu verbreiten. Wir machen das alles "nur nebenbei" neben unseren Hauptjobs. Deshalb seht es uns nach, wenn die Seite Rechtschreibfehler hat, oder wir manchmal die neuen Sorten nicht mit einem Schwung einstellen... Wir machen das hier alles aus Spaß und Leidenschaft und weil wir genau Dich auch mit dieser Idee begeistern wollen.

 

Ich selber tausche mich mit Tomatenliebhabern aus vielen Länder aus. Und was da in meinem Garten wächst lässt mich immer wieder ehrfürchtig werden. Da wachsen Tomaten die so klein sind, das bequem 10 Stück auf einem Teelöffel Platz finden, oder Tomaten die wir liebevoll nur Monster nennen, Tomaten die behaart sind wie Pfirsiche, pinke spitze Früchte die so unglaublich süß sind, rot, schwarz, lila, braun, gelb, pink, gestreift, gepunktet, mit Kragen, mehlig, saftig, knackig, süß, säuerlich, gut zum Füllen, die beste Pastatomate, Pflanzen die sich unter ihrer Last biegen, Pflanzen an denen nur sehr wenige Früchte zu finden sind, Früchte die von Kanibalen zu Menschenfleisch gegessen wurden,…. Es macht jeden Tag auf´s Neue Spaß in den Garten zu gehen und neues zu entdecken.

 

In meinem privaten Saatgutarchiv sind mittlerweile über 1000 Sorten die ich nach und nach vermehren möchte und hier anbieten werde. Aktuell kannst Du über 500 Sorten hier erwerben. Jedes Jahr wird diese Auswahl größer werden. Ich werde immer wieder gefragt warum ich das denn mache? Einfach weil ich es liebe eine neue Sorte zu verkosten. Ich möchte genau das auf dem Teller haben was ich möchte und nicht das was mir die Saatgutkonzerne vorschreiben wollen.

 

Mach mit und werde Teil einer kleinen Revolution. Baue „verbotenes Gemüse“ an!

 

UNSERE Anbau PHILOSOPHIE

Die alten Sorten sind meist sehr robust, jedoch gibt es manchmal eine Diva dazwischen. Alle meine Tomaten wachsen ohne Dach im Freiland. Ich geize nicht aus, und wenn dann nur mal sporadisch wenn es doch zu sehr aus dem Ruder läuft. Ich entferne maximal die unteren Blätter. Die Pflanzen werden nur extrem selten und nur bei langanhaltender Hitze gegossen. Sie werden nur selten gedüngt und wenn nur biologisch. In der Saison bekommt jede Pflanze zwei Calciumtabletten als Vorbeugung gegeben Blütenendfäule. Um Schädlingen vorzubeugen werden zwischen den Tomatenpflanzen Ringelblumen, Tagetes und Basilikum angepflanzt. Zwischen den Tomatenreihen wachsen viele weitere Gemüsesorten. Der Boden ist das ganze Jahr über gemulcht. So habe ich nahezu keine Arbeit mit Unkraut ziehen. Auch das mache ich nur mal sporadisch und verwende es dann gleich an Ort und Stelle als Mulchmaterial.

WER SIND WIR

Mein Name ist Birgit Arndt und seit meiner Ausbildung werde ich Hexe genannt. Mein Chef meinte mir mal mit Hexenverbrennung zu drohen, weil ich rote Haare habe. Dieser Spitzname verfolgt mich also schon seit sehr vielen Jahren. Mein Lebensgefährte und ich sind vom Gartenvirus befallen. Wenn wir irgendwo auf ein Gartenfest gehen, dann ist danach immer unser Auto vollbeladen. Wir leben in einem großen alten Haus das wir komplett kernsaniert haben. Unser Garten sieht immer ein bisschen chaotisch aus und wir lassen uns oft überraschen was wo wächst. So haben wir schon einen riesigen Kürbis in einem der Apfelbäumen gefunden. Unsere vier Katzen halten uns ständig auf Trapp und im Garten haben wir noch vier mehr oder weniger fleissige Eierleger. Unsere Hühner sind ebenfalls unkonventionelle Rassen und legen gepunktete hellbraune Eier, grünliche Eier und rotbraune Eier.  Wir sind beide Vollzeit berufstätig und im Außendienst viel unterwegs. Die Zeit im Garten ist für uns nicht Arbeit, sondern die Zeit zum entspannen und Energie tanken.